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Configure to Order: Chancen, Herausforderungen und die Rolle von PIM

Was bedeutet Configure to Order?

Der moderne Kunde verlangt nach Auswahl und Individualisierung. Erfahren Sie, wie ein strukturiertes Informationsmanagement die Grundlage für eine erfolgreiche Configure-to-Order-Strategie bildet.

Configure-to-Order (CtO) bezeichnet eine Auftragsabwicklungsstrategie, die vorsieht, dass der Kunde aus Komponenten und vordefinierten Optionen wählen kann und das Produkt nach seinen Wünschen konfiguriert und bestellt. Die meisten kennen CtO vom Kauf eines Notebooks oder PCs über einen Online-Anbieter, wo zum Beispiel der Arbeitsspeicher, der Prozessor oder andere Komponenten ausgewählt werden können.

Besonders im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und im B2B-E-Commerce gewinnt Configure to Order zunehmend an Bedeutung.

Individualität ohne Effizienzverlust

Als Fertigungsmodell folgt CtO grundsätzlich dem Make-to-Order (MtO)-Ansatz: Die Fertigung eines Produkts wird gestartet, wenn die Bestellung eingegangen ist. So ist es die Kunst im CtO, mit einem Produkt und dessen Konfigurationsmöglichkeiten auf eine Vielzahl an Kundenanforderungen zu reagieren, ohne dabei die Effizienz und Kostenvorteile einer Serienproduktion zu verlieren.

Für welche Branchen und Unternehmen eignet sich Configure to Order?

Hinter der CtO-Strategie steht das Ziel, der heutigen Erwartungshaltung an Produktvielfalt und Varianz effizient gerecht zu werden. Typischerweise findet CtO Anwendung bei Elektro- und IT-Produkten, im Maschinen- und Anlagenbau, bei Fahrzeugherstellern sowie bei Küchen- und Möbelproduzenten. Gemeinsam haben diese Branchen, dass Individualisierung im Markt gefragt ist und sich die Produkte nach einem modularen Baukastenprinzip vertreiben lassen. Ist dies nicht der Fall oder sind sehr kundenindividuelle Lösungen gefordert, die jeweils von Grund auf neu entwickelt werden müssten, eignen sich andere Auftragsabwicklungslogiken wie EtO (Engineer-to-Order) im klassischen Projektrahmen besser.

Die größten Herausforderungen bei Configure to Order

In einem zunehmend kundenorientierten Markt steigt der Druck, individualisierte Produkte schnell und wirtschaftlich bereitzustellen. Die Implementierung von CtO ist jedoch eine Entscheidung, die eine sorgfältige Planung sowie die Auswahl geeigneter Technologielösungen erfordert. Herstellermarken, denen es gelingt, ihre Produktions- und Informationsprozesse anzupassen und zusammenzuführen, können CtO erfolgreich umsetzen und sich mit einer breiten Palette an konfigurierbaren Produkten nachhaltig im Markt positionieren.

Variantenvielfalt beherrschen

Produkte nach dem Baukastenprinzip ermöglichen eine Vielzahl an Produktvarianten, ohne die Komplexität in der Fertigung stark zu erhöhen. Der Einsatz standardisierter Module und Komponenten reduziert die Durchlaufzeit in der Fertigung. Produktionskapazitäten können optimal genutzt werden, da viele Prozesse vor der Bestellung ablaufen können.
Ein Blick in die Praxis zeigt, dass die Stolpersteine bei der Einführung von CtO jedoch weniger in der Produktlogik liegen als vielmehr in der Reife der Datenlandschaft und der Integration aller relevanten Informationsprozesse. Vorhandene Schwächen wie Datensilos und Medienb rüche werden mit CtO erst recht zum Problem.

Information Supply Chain managen

Ein zentraler Stolperstein ist die durchgängige Steuerung produktbezogener Informationen entlang der technischen Information Supply Chain, insbesondere in historisch gewachsenen Systemlandschaften mit vielen isolierten Lösungen. CtO erfordert durchgängige Daten- und Informationsflüsse zwischen verschiedenen Bereichen und über verschiedene Systeme wie ERP, PIM, CPQ (Configure Price Quote), PLM und Commerce-Anwendungen hinweg. Ist dies nicht gewährleistet, sind Fehler und Verzögerungen entlang des gesamten CtO-Prozesses vorprogrammiert.

Datenqualität sichern

Mit der Produktvielfalt wächst die Menge an Daten, die im CtO-Kontext verwaltet, gepflegt und ausgetauscht werden müssen. Schon kleine Fehler oder Inkonsistenzen, die beim Einsatz von Excel-Listen und unterschiedlichen Systemen schnell passieren, führen zu Fehlbestellungen, Verzögerungen, unzufriedenen Kunden, Retouren oder teurer Nacharbeit. Deshalb sollte jede CtO-Initiative mit dem Aufbau einer 

Visualisierung von Konfigurationen

Die CtO-Strategie bringt schließlich auch neue Herausforderungen in der Produktpräsentation mit sich. Kunden müssen ihre Optionen und deren Auswirkungen am Touchpoint nachvollziehen können. Neben ausführlichen Produktbeschreibungen, Tabellen, Grafiken und Bildern für die gesamte Produktvielfalt erfordert dies auch konfigurationsabhängige Echtzeit-Visualisierungen, unabhängig davon, ob es um die eigene Webseite, den Online-Shop oder Handelsplattformen Dritter geht. Eine funktionierende Visualisierung trägt dabei nicht nur zur besseren Nutzererfahrung bei, sondern unterstützt auch die Absicherung zulässiger Konfigurationen und reduziert Fehlbestellungen.

Wie ein PIM-System Configure to Order unterstützt

Ein PIM-System ist in seinen Grundzügen darauf ausgelegt, Unternehmen bei der Verwaltung, Pflege und Bereitstellung von Produktdaten zu unterstützen, und kann je nach Anbieter und Use Case von den Stammdaten und technischen Details bis hin zum Marketing Content alle Produktinformationen und digitalen Assets abdecken. Mit einem PIM-System lässt sich eine Single Source of Truth für Produktinformationen im Unternehmen etablieren, aus der alle Systeme gleichermaßen gespeist werden können. Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Marketing und Kundenservice arbeiten so mit derselben, gesicherten Datengrundlage. Integrierte Validierungsregeln sorgen dafür, dass vordefinierte Standards eingehalten werden, und sichern die Datenqualität im System.

PIM bietet sich natürlich auch im CtO-Kontext als zentrale Datenquelle an. Im Vergleich zum Einsatz des ERP-Systems, das häufig für CtO um eine Konfigurationslösung erweitert wird, liefert ein PIM-System den Vorteil, dass das Datenmodell von Natur aus darauf ausgerichtet ist, komplexe Produktstrukturen und -beziehungen abzubilden. Darüber hinaus vereinfacht und beschleunigt ein PIM-System die Produktkommunikationsprozesse, vom Austausch zwischen Abteilungen und Geschäftspartnern bis hin zur Bereitstellung und Echtzeit-Ausspielung von Content über APIs an Webseiten, Webshops und andere Touchpoints.

  • Die Rolle eines PIM-Systems auf einen Blick
  • Zentrale Verwaltung und Pflege produktbezogener Daten
  • Abbildung von Produktstrukturen, Varianten, Attributen und Konfigurationsregeln
  • Gesicherte Datenquelle für nachgelagerte Systeme entlang der Information Supply Chain
  • Datendrehscheibe für kanal- und adressatengerechte Produktinhalte

Best Practices: Configure to Order mit PIM-System erfolgreich einführen

Datenmodell bei der Auswahl berücksichtigen

Welchen Mehrwert ein PIM-System liefert, steht und fällt mit dem zugrundeliegenden Datenmodell, das festlegt, wie die Informationen und digitalen Assets im System gespeichert und strukturiert werden. Für CtO sollten Produkte im PIM sehr granular mit ihren Varianten, Attributen, Komponentenbeziehungen und Kompatibilitäten abgebildet und mit Regeln verknüpft werden können. Grundsätzlich ist ein generisches Datenmodell zu empfehlen, da Sie dadurch in der Produktlogik flexibel bleiben und ohne große Programmierungsaufwände skalieren können.

Data Governance Richtlinien entwickeln

CtO geht mit einer herausfordernden Datenverwaltung und -pflege einher. PIM-Systeme sind zwar in der Lage, Unternehmen in dieser Hinsicht zum Beispiel mittels Automatisierungen zu unterstützen. Die Validierungsregeln, die das System anwenden soll, müssen jedoch zuerst im Rahmen einer Data Governance Strategie definiert werden. Wichtig ist dabei, dass die Verantwortlichen die Anforderungen und Richtlinien system-, prozess- und geschäftsübergreifend denken, damit das ganze Unternehmen davon profitieren kann.

Systemintegration sicherstellen

Für CtO müssen alle relevanten Systeme wie PIM, ERP, CPQ, CAD und Commerce-Anwendungen integriert werden, um den Informationsfluss optimal steuern zu können. Erst durch eine durchgängige Informationsarchitektur lassen sich Kundenanforderungen reibungslos in Angebots-, Auftrags- und Fertigungsprozesse überführen. Entsprechend sollte bei der Systemauswahl auf eine API-basierte Architektur gesetzt werden, die eine nahtlose Verbindung von Systemen ohne große Programmierungsaufwände ermöglicht. Auch hier ist es wichtig, nicht isoliert zu denken, sondern die Softwareintegration als Teil der Information Supply Chain im CtO-Kontext und darüber hinaus zu betrachten und entsprechend auszugestalten.

Die Configure-to-Order-Strategie erfordert ein ausgeklügeltes Informationsmanagement, um den Spagat zwischen Individualisierung und Standardisierung und die Komplexität in der Auftragsabwicklung effizient meistern zu können. Ein PIM-System kann hierbei das technologische Rückgrat bilden.

Volker Römisch

Head of Consulting bei Noxum und berät Unternehmen zu Best Practices in den Bereichen Content Management, technische Dokumentation, elektronische Standards und PIM-Strategien.

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